Eichung von Waagen

Die Eichung einer Waage ist ein sehr wichtiges Thema, das bereits beim Kauf einer Waage beachtet werden muss. Um Ihnen einen guten Überblick über die verschiedenen Regelungen bezüglich der Eichung von Waagen zu verschaffen, finden Sie hier eine Zusammenstellung der wichtigsten gesetzlichen Rahmenbedingungen. 

Was ist unter der Eichung von Waagen zu verstehen?

Die Eichung einer Waage stellt die körperliche Prüfung der richtigen Maß- bzw. Gewichtseinheit des jeweiligen Messwerkzeugs da. Wenn eine Waage geeicht ist und mit dem Eichstempel - dem Prüfzeichen für geeichte Messwerkzeuge - versehen ist, wird garantiert, dass das tatsächliche Gewicht des zu wiegenden Gegenstands dem angezeigten Gewicht entspricht. Noch einfacher gesagt: wenn eine Waage geeicht ist, zeigt sie garantiert das richtige Gewicht des zu wiegenden Gutes an.
Um Missverständnisse bezüglich eines Gewichts auszuschließen und den Verbraucher zu schützen, ist die Eichung gewisser Waagen-Modelle gesetzlich vorgeschrieben. Diese Pflicht gilt allerdings nur für Waagen mit öffentlichem Interesse.
Damit die zu eichende Waage mit der anerkannten Eichmarke versehen wird, muss das zuständige Eichamt die zulässige Eich-Toleranz als bestätigt erklären.

Unterliegt jede Waage der Eichpflicht?

Nein nicht jede Waage muss geeicht werden. Die EU-Richtline 90/384/EWG schreibt genau vor, in welchen Bereichen eine Eichpflicht für Waagen besteht. Wir haben Ihnen eine kurze Aufstellung der eichpflichtigen Einsatzgebiete von Waagen zusammengestellt:

  • Waagen im geschäftlichen Verkehr, wobei der Preis der Ware vom jeweiligen Gewicht abhängig ist
  • Waagen die bei der Herstellung von Rezepturen und Arzneimitteln zum Einsatz kommen
  • Waagen die für medizinische und pharmazeutische Analysen genutzt werden
  • Waagen für amtliche Zwecke
  • Waagen in der Fertigverpackungsherstellung 


Wie oft muss eine Waage geeicht werden?

In der Regel muss eine Eichprüfung alle zwei Jahre durchgeführt werden, jedoch gibt es auch einige Ausnahme zu beachten:

  • Die sogenannten FPVO-Waagen müssen einmal im Jahr geeicht werden. Diese Waagen werden ausschließlich zur Kontrolle von befüllten Packungen genutzt und unterliegen daher strengen Gesetzesverordnungen.
  • Im Abstand von drei Jahren müssen Waagen-Modelle nachgeeicht werden, die eine minimale Höchstlast von 3000 kg und mehr besitzen.
  • Einer Eichpflicht von alle vier Jahre unterliegen Waagen die in Krankenhäuser zum Einsatz kommen. Hierzu zählen Personenwaagen, Babywaagen, Krankenstuhlwaagen, mechanische Waagen, Lifterwaagen und Rollstuhlwaagen. Personenwaagen die in Arztpraxen zu finden sind, müssen (außer im Falle einer Reparatur) dagegen nicht nachgeeicht werden.


Um eine Strafzahlung durch das Eichamt zu vermeiden, sollte mindestens zehn Wochen vor Ablauf der Eichfrist ein Termin mit dem jeweiligen Eichamt vereinbart werden. Falls das betreffende Eichamt keinen Termin vor Ablauf der Eichfrist vergeben kann, ist eine Strafzahlung fällig. Die Frist endet dabei immer am Ende eines Kalenderjahres. Wurde die betreffende Waage beispielsweise im Juli 2016 Erstgeeicht, gilt die Eichung noch bis Ende 2018.

Weitere Ausnahmen sowie wichtige Informationen rund im die Eichverordnung finden Sie hier: Mess- und Eichverordnung §34

Wichtig: Ob die Waage neuwertig oder gebraucht ist, spielt dabei keine Rolle. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch, dass die erworbene Waage inerhalb von sechs Wochen nach Inbetriebnahme bei den zuständigen Eichbehörden anzumelden ist. Dabei muss der Gerätetyp, der Waagenhersteller, das Jahr der Ersteichung, die Typenbezeichnung sowie die Anschrift des Anwenders angegeben werden. Die Übermittlung kann schnell und einfach online unter www.eichamt.de vorgenommen werden.

Wie kann ich sehen, ob meine Waage geeicht ist?

Eichbeschilderung

Eichfähige Waagen müssen die derzeit geltenden Eichvorschriften erfüllen und entsprechend gegekennzeichnet sein. Solch eine Kennzeichnung dient als Manipulationsschutz geeichter Waagen und befindet sich an gut sichtbaren Stellen.
Auf dem rechten Bild ist ein Typenschild einer geeichten Sartorius-Waage als Beispiel dargestellt, welches wie folgt zu erklären ist:

  1. Name oder Fabrikmarke des Herstellers.
  2. Bauart / Typenbezeichnung
  3. Nummer der Bauartzulassung
  4. Temperaturbereich, innerhalb dessen das Gerät verwendet werden kann. Fehlt diese Angabe, ist der Bereich -10 °C bis +40 °C
  5. CE-Zeichen / EU-Konformitätszeichen zu den EU-Richtlinien
  6. Jahr, in dem die EG-Ersteichung durchgeführt wurde
  7. Nummer der benannten Stelle der EU, unter deren Verantwortung die EG-Eichung durchgeführt wurde. Sartorius verwendet die Nummer 0111.
  8. Metrologie-Kennzeichnung, grüne quadratische Marke, schwarzer oder weißer Buchstabe "M"
  9. Genauigkeitsklasse (I, II, III, oder IV)
  10. Seriennummer der Waage

Ersteichung 2016Seit dem 20. April 2016 gibt es eine Änderung der Beschilderung, gemäß der neuen europäischen Richtlinie 2014/31/EU. Sie ersetzt die bisherige Richtlinie 2009/230/EG. Waagen, die ab diesem Datum geeicht sind, müssen folgende Beschilderung aufweisen (Abb. rechts):

Die restlichen o.g. Bestandteile (Typ etc.) bleiben selbstverständlich bestehen.
Die Typenschilder der verschiedenen Hersteller können leicht abweichend aufgebaut sein. Weitere Angaben sind möglich, aber nicht zwingend.

Sollten Sie eine eichfähige Waage benötigen, achten Sie beim Kauf auf die Ersteichung der Waage durch den Hersteller. In unserem Shop können Sie diese über das Zubehör Ihrem Bestellvorgang hinzufügen. Eine spätere Ersteichung ist nicht mehr möglich! Falls Sie noch Fragen rund zur Eichung von Waagen haben, rufen Sie jederzeit bei unserer Hotline an! Wir beraten Sie gerne. 

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