FPVO

FPVO Bedeutung

Die Verordnung über Fertigverpackungen regelt alle Anforderungen an Fertigverpackungen bis 10 kg Füllgewicht, welche durch den Hersteller berücksichtigt werden müssen, bei Waren die an den Letztverbraucher übermittelt werden. Die Abkürzungen der Regelung lauten FertigPackV und FPackV oder im allgemeinen Sprachgebrauch FPVO. Den Gesetzestext können Sie hier einsehen: Fertigverpackungsverordnung

Die Fertigverpackungsverordnung findet nicht nur in Deutschland Anwendung, ist jedoch inhaltlich zu der Verordnung aus anderen Ländern verschieden. Die FPVO ist seit 1981 grundständig geregelt, wobei die letzten Änderungen am 24 Februar 2016 in Kraft traten.  

Was steckt dahinter?

Zum Schutz des Käufers der Ware regelt die FPVO die maximal zulässigen Abweichungsnormen festgelegter Nennfüllmengen. So wird sichergestellt, dass der Käufer, welcher den Inhalt in der Regel nicht ohne Öffnen der Fertigverpackung auf die Richtigkeit der Mengenangabe überprüfen kann, die tatsächlich bezahlte Menge erhält.
Da der Produzent der Ware möglichst geringe Abweichungen von den in der FPVO geregelten Mengen verursachen möchte, ergeben sich für ihn daraus entsprechende Möglichkeiten zur Optimierung seines Abfüllprozesses. 

Wie wird die FPVO umgesetzt?

In Deutschland aber auch in allen anderen Ländern der EU müssen Produkte, die auf den Markt gelangen, auf die Füllmengenangabe kontrolliert werden. Dies gilt es per Gesetzt auch dokumentarisch festzuhalten. In welcher Art und weise dies geschieht bleibt dem Hersteller überlassen. Es ist jedoch festgelegt, dass die Prüfung "nach allgemein anerkannten Regeln der statistischen Qualitätssicherung regelmäßig durchgeführt werden" müssen, mit einem geeigneten Messgerät und nach allgemein anerkannten Messverfahren zu erfolgen haben. 
Dies bedeutet, dass Waagenhersteller geeichte Instrumente produzieren, welche mittels interner Software im Wägeterminal eine statistische Qualitätskontrolle gemäß Fertigverpackungs-Verordnung (FPVO), nach Richtlinie 76/211/EWG und 2007/45/EG ermöglichen. Waagenhersteller bieten für die Integration in den Abfüllprozess geeignete Kontrollwaagen an, welche manuell oder automatisiert die Fertigverpackung, auf die zulässige Mengenabweichungen kontrollieren.
Behörden dürfen dabei Strichprobenartig prüfen, ob Hersteller die Regelungen der FPVO einhalten und gegebenenfalls Bußgelder verhängen. Fallweise dürfen die Kontrollwaagen des Warenproduzenten aus dem Verkehr gezogen oder äußerstenfalls die Produktion stillgelegt werden. 

Plus-/Minus und Kontrollwaagen

Die speziell hierfür entwickelten Kontrollwaagen sorgen für die Einhaltung der Füllmengenanforderungen gemäß der FPVO und helfen dem Produzenten bei der Optimierung seiner Abfüllanlage auf eine möglichst geringe Mengenabweichung. Eine optische oder akustische Rückmeldung im Anzeigengerät zeigt eventuelle positive oder negative Gewichtsabweichungen an und erleichtert die Korrektur der Abfüllung. Auch eine automatische Erfassung und Speicherung der Stichproben-Messwerte ist bei einigen Waagen möglich. Diese FPVO Systeme nennen sich entweder Plus-/Minuswaage oder auch Kontrollwaagen.

Für den Endverbraucher gut zu wissen: Kennzeichnung der Ware nach FPVO

Für den Verbraucher ist die Einhaltung der zulässigen Abweichungen auf die Fertigverpackungen durch die Kennzeichnung mit einem klein geschriebenen "e" (= Einwaage/Nennfüllmenge) ersichtlich. Das "e" hinter der Nennfüllmenge - von beispielsweise 250 ml auf der Verpackung - weist darauf hin, dass Abweichungen von dieser Menge die Toleranz der Fertigverpackungsverordnung einhalten. 

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